Der Steinkauz

ÖKOLOGIE DES STEINKAUZES

(Foto von Jochen Dedio) Der Steinkauz bevorzugt offene Landschaften mit ausreichendem Angebot an geräumigen Bruthöhlen, Tageseinständen, Ruf- und Kopulationswarten und einem nicht zu intensiv bewirtschaftetem Jagdgebiet mit ganzjährig kurzer Vegetation. Wald und gewöhnlich auch stark gegliederte waldreiche Landschaften werden gemieden. In Mitteleuropa stellen kopfbaumreiche Wiesen- und Weideflächen sowie nicht zersiedelte, den Ortskern einschließende Streuobstwiesen die Optimalbiotope dar. Hier bieten die Bäume reichlich Bruthöhlen. Zaunpfähle und Hecken dienen als Jagdwarten. In Trockengebieten ist er Gebäudebrüter. Alleen, alte Parks und Friedhöfe stellen weitere Lebensräume dar. Der Minimalabstand zwischen Brutstandorten kann geringer als 100 m sein. Der Steinkauz war in Mitteleuropa stets großen Bestandsschwankungen ausgesetzt. Strenge, schneereiche Winter führten zu Rückgängen von bis zu 30 %, von denen sich die Steinkauz-Bestände in der Regel nur sehr langsam erholten (GLUTZ VON BLOTZHEIM 1980). Der Steinkauz tritt in dem an Aschaffenburg angrenzenden südhessischen Raum aktuell nicht über 300 m Meereshöhe auf, was vermutlich auf seine Empfindlichkeit gegenüber rauem Wetter zurückzuführen ist (BURBACH 1997).