Wässern von Obstbäumen oder: Wie gießt man richtig?

Am bayrischen Untermain erleben wir in den letzten Jahren zunehmend extrem trockene Frühjahre. Trockenschäden an Pflanzen sind irreversibel. Umso wichtiger ist es, vor allem Jungbäume zu wässern. Deren Wurzeln konnten noch nicht in tiefere Bodenschichten wachsen, wo die Bodenfeuchte sich länger hält. Wurzeln wachsen dem Wasser hinterher, denn die darin gelösten Nährstoffe sind die Nahrung der Pflanzen. Oft werden Bäume alle paar Tage mit 10 -20 Liter gegossen. Warum dies nichts bringt zeigt das Foto:

 

 

 

 

Hier wurde eine Baumscheibe mit ca. 20 Liter gewässert. Die Eindringtiefe beträgt lediglich 2-3 cm. Das Wasser vertrocknet schnell wieder und die Wurzeln des Baumes können es nicht nutzen.

Daraus ergibt sich die wichtigste Gießregel: Viel hilft viel!
D.h.: wenn Sie gießen, dann eine große Menge (bis zu 100l/Baum bei trockenem, tonhaltigem Boden).

Das Wasser muss im Wurzelbereich einsickern. Würde diese Wassermenge einfach hingeschüttet flösse fast alles weg und der Baum bekäme nichts davon ab. Legen Sie daher einen Gießrand (z.B. mit der abgezogenen Grasnarbe bei der Pflanzung) an, der möglichst viel Wasser auf der Baumscheibe hält.Auch durch Wühlmausgänge oder Bodenrisse kann das ganze Wasser abfließen. Daher empfehlen wir einen praxisbewährten Trick: Bohren Sie in die Böden zweier Speißkübel (z.B. 65l) über die ganze Fläche verteilt 15 Löcher mit 2-3mm Durchmesser. Die Kübel stellen Sie an den Baum und können diese nun einfach voll laufen lassen. Nach 15-30min. sind die Kübel leer und das Wasser im Wurzelbereich verteilt (Bilder).
Ist der Boden auf diese Art gut gegossen hält sich die Bodenfeuchte relativ lang. Decken Sie die Baumscheibe mit einer Mulchschicht ab (z.B. Holzhäcksel oder Stroh) sorgen Sie damit für eine noch deutlich längere Bodenfeuchte (Bild). Durch diese Maßnahmen sparen Sie sich wiederholtes Wässern in kurzen Abständen.
Die oft beobachteten Gießgewohnheiten von HausgärtnerInnen, jeden Abend die Pflanzen ein wenig zu gießen ist kontraproduktiv. Denn damit werden lediglich die obersten Bodenschichten erreicht, die sehr schnell wieder abtrocknen. Die Wurzeln wachsen in der Folge auch überwiegend in diese Schichten ein. Bei Trockenheit sind die Pflanzen viel schneller gefährdet. Pflanzen, die tiefer verwurzelt sind können im Vergleich damit wesentlich längere Trockenzeiten überstehen.


 
Eine Mulchschicht (hier 150 l Holzhäcksel) schützt den Boden sehr effektiv vor Austrocknung


 
Die Kübel können schnell befüllt werden


 
Abbildung: 100l Wasser sind hier im Wurzelbereich versickert


 
Mit der empfohlenen Methode wird der ganze Wurzelraum bis in tiefere Bodenschichten durchfeuchtet



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