Unser Ausflug zu den Steinkauz-Babies

Es ist wieder die Zeit, die Steinkauz-Babies werden flügge. Als kleinen Betriebsausflug durften wir Thomas Stadtmüller, Eulenexperte beim LBV Aschaffenburg-Miltenberg zur Hand gehen. Insgesamt fünf! 4-Wochen-alte Steinkauzjunge sollten ihre Beringung erhalten. Die Kleinen waren natürlich nicht besonders erfreut, sie erblickten das erste Mal das Tageslicht. Wie unterschiedlich doch ihre Charaktere waren, zwei versteckten sich so gut es ging, einer machte sich recht lautstark bemerkbar und wollte uns drohen ;)...

Video "Steinkauzberingung"

(Quelle: aschaffenburg-miltenberg.lbv.de)

Der Steinkauz steht in Deutschland auf der "Roten Liste der bedrohten Tierarten" und ist dort als "stark gefährdet" eingestuft. Die nur 22 cm große Eulenart bewohnt offene Landschaften und ist bei uns in Bayern vor allem in den Streuobstwiesen am Untermain zuhause. Die kleine Eulenart benötigt Bruthöhlen in alten Bäumen - also durch Fäulnis ausgehöhlte Äste - nimmt aber alternativ auch künstliche Nistmöglichkeiten an. Steinkäuze sind ausgesprochen standorttreu und reagieren deshalb besonders sensibel auf Veränderungen in ihrer Umwelt. Die Rodung von Streuobstbäumen für Industriegelände, Bauland oder Straßenbau bedrohen nach wie vor die Eule und zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten dieses Lebensraumes.

Der Steinkauz

ÖKOLOGIE DES STEINKAUZES

(Foto von Jochen Dedio) Der Steinkauz bevorzugt offene Landschaften mit ausreichendem Angebot an geräumigen Bruthöhlen, Tageseinständen, Ruf- und Kopulationswarten und einem nicht zu intensiv bewirtschaftetem Jagdgebiet mit ganzjährig kurzer Vegetation. Wald und gewöhnlich auch stark gegliederte waldreiche Landschaften werden gemieden. In Mitteleuropa stellen kopfbaumreiche Wiesen- und Weideflächen sowie nicht zersiedelte, den Ortskern einschließende Streuobstwiesen die Optimalbiotope dar.

Die Steinkauzbalz

(Text von Thomas Staab - LBV Untermain www.untermain.lbv.de)

Die Streuobstwiese wirkt äußerlich im Februar tot und leer. Dennoch regt sich Leben in den Obstbäumen. Der seltene Steinkauz beginnt bereits Ende Februar mit seiner Balz. Die kleine Eulen-Art kommt in Bayern lediglich im Maintal mit einer größeren Population von etwa 150 Brutpaaren vor.

Steinkauznachwuchs in der Region


(Foto: Jochen Dedio)

Der Steinkauz ist nicht nur der Wappenvogel des Schlaraffenburger Projekts. Der Erhalt der Streuobstwiesen als Lebensraum für den seltenen Kauz ist eines der Hauptziele des LBV-Projektes. Nun wurde der Steinkauznachwuchs im Landkreis Aschaffenburg gesichtet und beringt. Für den westlichen Landkreis zieht Thomas Stadtmüller, Eulenexperte vom LBV eine eher nüchterne Bilanz. Für den oberen Kahlgrund im Revier von Jochen Dedio sieht es dagegen schon besser aus:

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