FAQ - Frequently asked questions (Häufig gestellte Fragen)

 

Wo gibt es bei herkömmlichem Streuobst Probleme mit Bio?


Wenn folgende Fälle vorkommen, kann die Streuobstwiese nicht biozertifiziert werden:

  • Wenn eine Austriebsspritzung mit Insektiziden erfolgt, wie dies bei Jungbäumen praktiziert wird. Eine Behandlung mit Rapsöl wäre zulässig.
  • Wenn der Traufbereich der Baumkronen über eine konventionell bewirtschaftete Fläche (Acker etc.) oder eine Straße ragt.
  • Wenn Herbizide eingesetzt werden. Dies wird praktiziert, um Baumscheiben junger Bäume freizuhalten oder unerwünschte randliche Vegetation (Schlehen, Brombeeren) zurückzudrängen.
  • Wenn mineralische Dünger eingesetzt werden. Organische Dünger wie Stallmist sind erlaubt.
  • Wenn die Umstellung auf den Bioanbau noch nicht 3 Jahre her ist.


 

Der Schlaraffenburger Apfelsaft ist ein „Bioland“-Saft. Was unterscheidet ihn von einem anderen Saft aus kontrolliert biologischem Anbau („EU-Bio“)?


Der Bioland-Verband ist im eigenen Interesse bestrebt, strenge Kontrollen durchzuführen.
Für die Schlaraffenburger Getränke wesentlich ist, dass eine Klärung des Apfelsaftes nicht erlaubt ist. Zur Apfelsaftklärung werden Enzyme benötigt. Bioland möchte ausschließen, dass möglicherweise gentechnisch veränderte Enzyme in die Produkte gelangen können. Die Schlaraffenburger Keltereien sind in der Lage, naturtrübe Apfelsaftschorle abzufüllen.

 

Warum wird der Bag-in-Box – Apfelsaft in einem Folienbeutel angeboten?


Ein umstrittenes Thema im Naturkostbereich ist die Frage der Einweg- oder Mehrwegverpackung. Die Verpackung des Bag-in-Box – Apfelsaft hat eine Mehrwegkomponente (den Umkarton) und eine Einwegkomponente (den Polyethylenbeutel). Vorteil des Systems ist das geringe Transportgewicht und die lange Haltbarkeit des angezapften 5- oder 10 l – Saftschlauchs.

 

Wie und von wem wird „Bio“-kontrolliert?

 

Kontrolle der Obstwiesen

Bei Vertragsabschluss wird die Fläche das erste Mal durch die Biokontrollstelle ABcert kontrolliert. Zu den Kontrollkriterien siehe oben (Verweis). In den Folgejahren finden stichprobenartig Kontrolluntersuchungen statt. Jede Fläche wird dabei im 3-järigen Turnus aufgesucht.

Kontrolle der Liefermenge

Im August findet eine Ernteschätzung auf den Flächen statt. Dies geschieht stichprobenweise, d.h. jedes Jahr wird ca. 1/3 der Flächen geschätzt. Bei der Obstannahme wird kontrolliert, ob die gelieferte Menge mit der geschätzten übereinstimmt.

Kontrolle der Keltereien

Die Projektkeltereien verarbeiten sowohl konventionelles als auch Bio-Obst. Beide Wege müssen streng voneinander getrennt sein. Deshalb überprüft die Biokontrollstelle die getrennte Obstannahme und die getrennte Verarbeitung.
Nur für die Menge der angenommenen Bio-Äpfel und den erhaltenen Saft werden Flaschenetiketten an die Kelterei ausgegeben. So ist gewährleistet, dass „nicht mehr Biosaft aus der Kelterei rausgehen, als Äpfel reingekommen sind“.

Kontrolle des Warenflusses

Unter Warenfluss wird der Weg der Äpfel in die Kelterei und von dort zum Händler verstanden. Der Warenfluss wird dokumentiert und von Bioland überprüft.

Kontrolle des Bodens

Besteht ein begründeter Verdacht, werden auf der Obstwiese Bodenproben entnommen und analysiert.

 

Wer kontrolliert die „Regionalität“ des Schlaraffenburger?


Die Schlaraffenburger Region ist der Bayerische Untermain. Es werden nur Streuobstwiesen unter Vertrag genommen, die in der Stadt Aschaffenburg, im Landkreis Aschaffenburg und im Landkreis Miltenberg liegen.
Sowohl Stadt als auch Landkreis Aschaffenburg unterstützen das Projekt ideell und finanziell und vertreten ihr Interesse an der Einhaltung der Regionalität.

 

Wer kontrolliert „Naturschutz“?


Der naturschutzfachliche Wert der Streuobstwiesen liegt im Nebeneinander von Obstbäumen und Wiesen. Dieser Wert kann nur mit einer extensiven Bewirtschaftung erhalten werden. Daher zählen die Streuobstwiesen zu den typischen Kulturlandschaften.
Der Steinkauz steht für zahlreiche Tiere und Pflanzen, die typisch für Streuobstwiesen sind. Der Steinkauz brütet in älteren Bäumen mit Baumhöhlen und jagt „zu Fuß“ auf gemähten Wiesen nach Regenwürmern und Insekten. Am Bayerischen Untermain findet der geschützte Vogel landesweit seinen Verbreitungsschwerpunkt.
Die naturschutzgerechte Bewirtschaftung der Wiesen wird durch die Schlaraffenburger Streuobstagentur geprüft. Die Bewirtschafter der Streuobstwiesen sind vertraglich verpflichtet, alte Bäume möglichst lange stehen zu lassen und abgängige Bäume durch Neupflanzungen zu ersetzen.

 

Warum ist der Schlaraffenburger Apfelsaft teurer als konventioneller naturtrüber Direktsaft?


Der Literpreis für den Schlaraffenburger Apfelsaft ist höher als der eines konventionellen naturtrüben Apfel-Direktsafts. Dieser Aufpreis setzt sich zusammen aus

Aufpreis für das Kelterobst, Biokontrollkosten
zusätzliche Handlingkosten, darauf anfallende Mehrwertsteuer

 

Warum gibt es manchmal eine Versorgungslücke?

Spätfrost in der Apfelblüte, starker Schädlingsbefall im Sommer oder die natürliche Alternanz können zu extrem niedrigen Erntemengen führen.  Mit Ertragsschwankungen ist im Obstbau immer zu rechnen. Dabei schwanken die Erträge im Streuobstbau noch stärker als im intensiveren Marktobstbau.
Da im Schlaraffenburger Streuobsprojekt keine Äpfel von außerhalb zugekauft werden, kann sich eine Versorgungslücke bei Schlaraffenburger Getränken ergeben. Für die nächsten Jahre sollen solche Engpässe mit einer größeren Lagerhaltung ausgeglichen werden, ganz vermieden werden können sie naturgemäß nicht.

 

Ist Apfelsaft gesund?


Apfelsaft enthält leicht verdauliche Kohlenhydrate, die verbrauchte Energie schnell zurückbringen – und viel Wasser, das den Flüssigkeitspegel im Körper hebt. Wer schwitzt, sollte zur Schorle greifen: In der Mischung ein Teil Apfelsaft, vier Teile Wasser kann sie glatt mit Sportlerdrinks mithalten, denn die Schorle ersetzt wichtige Mineralstoffe. In einem Liter Apfelsaft stecken die Inhaltsstoffe von drei Pfund Äpfeln: Mineralstoffe wie Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen sowie Vitamin C und verschiedene B-Vitamine. Der Saft enthält aber kaum noch Ballaststoffe, weil die in den Pressrückständen zurückbleiben.


Weitere Informationen zum Thema finden sie hier!

Warum gibt es keinen klaren Schlaraffenburger Apfelsaft?


Die Schlaraffenburger Getränke sind von Bioland zertifiziert. Der Bioland-Verband verbietet die Herstellung von klarem Apfelsaft und klarer Apfelsaftschorle. Zur Apfelsaftklärung werden Enzyme benötigt. Bioland möchte ausschließen, dass möglicherweise gentechnisch veränderte Enzyme in die Produkte gelangen könnten.

 

Gibt es Laboranalysen?


Der Bioland-Verband fordert Rückstellproben von den Getränken, die bei einem begründeten Verdacht analysiert werden können.

 

Warum sind die Chargen unterschiedlich?


Der Apfelsaft schmeckt nicht immer gleich. Mal süßer, mal säuerlicher spiegelt sich die Witterung der Reifezeit (also des vergangenen Sommers) im Geschmack wider. Dabei wird der Saft bewusst nicht durch Verschnitt im Geschmack vereinheitlicht. Gemeinsam ist allen Chargen, dass der Saft „wie frisch von der Kelter“ schmeckt.

 

Was unterscheidet Schlaraffenburger von anderen naturtrüben Apfelsäften regionaler Keltereien?


Die Schlaraffenburger Getränke garantieren

den Beitrag zum Erhalt der Streuobstwiesen durch Pflege und Nachpflanzung
die Äpfel sind kontrolliert biologisch angebaut
auch in schlechten Erntejahren garantiert kein Zukauf außerhalb der Region

 

Wie wird Cidre hergestellt?


Nach den strengen Bioland-Richtlinien wird er aus naturtrübem Schlaraffenburger Apfelsaft hergestellt. Ähnlich wie bei der Apfelwein-Herstellung wird der Saft mit Hefen zur Gärung gebracht. Im Vergleich zur Apfelwein-Herstellung wird die Gärung des Cidre früher gestoppt. So resultiert eine natürliche Restsüße bei einem niedrigeren Alkoholgehalt (3,5 % Vol. Alkohol).

 

Warum hat der Apfelwein kein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD)?


Ähnlich wie beim Traubenwein ist kein MHD erforderlich. Nach abgeschlossener Vergärung verändert der Apfelwein sich nicht mehr und ist unbegrenzt haltbar.

 

Wie ist die Handhabung von Bag in Box und wie lange hält der Saft?


Der Saft wird in doppelwandige und sterile Polyethylen-Folienbeutel (bag), die mit einem Ablasshahn versehen sind, abgefüllt. In eigens hierfür vorgesehenen Mehrwegkartons (box) kann der Saftbeutel transportiert und der Saft entnommen werden. Beim Abzapfen des Saftes zieht der Folienbeutel ein Vakuum. Deshalb ist der Saft auch nach dem Anzapfen ungekühlt für 6 Wochen haltbar. Sie erhalten den Saft in 5 l oder 10 l - bags bei unserer Projektkelterei Höfler in Alzenau.

 

Stimmt es, dass in Bag in Box Weichmacher enthalten sind?


Nach Stiftung Warentest lösen fetthaltige Lebensmittel Weichmacher leicht aus der Verpackung. Davon gehen auch das Bundesinstitut für Risikoabschätzung und das Bundesamt für Gesundheit in der Schweiz aus und empfehlen bei der Herstellung von Verpackungen fetthaltiger Speisen den Verzicht auf Weichmacher. Nach den bisherigen Erkenntnissen kommt es zu Belastungen durch Weichmacher aber nur bei bestimmten fetthaltigen Nahrungsmitteln. So schnitt im o. g. Test ein im Bag-in-Box abgepacktes Olivenöl am besten ab. In Fruchtsäften, die in Bag-in-Box abgefüllt waren, wurden keine Weichmacher festgestellt, da diese sich nur in fetthaltigen Lebensmitteln lösen können.

 

Woher kommt der Name „Schlaraffenburger“?


Der Markenname „Unser Schlaraffenburger Apfelsaft“ wurde zu Projektbeginn in 2003 geboren. Er steht für die Identifikation mit dem Raum Aschaffenburg. Wenn die Landschaft um Aschaffenburg sich im Frühjahr zur Zeit der Obstblüte in ein duftendes Blütenmeer verwandelt, ist der Vergleich mit einem Schlaraffenland leicht nachzuvollziehen.

 

Wie wird der Saft haltbar gemacht? Werden dazu Konservierungsstoffe gebraucht?


Der Schlaraffenburger Apfelsaft in der Glas-Mehrwegflasche ist 2 Jahre lang haltbar. Er enthält weder Konservierungsstoffe noch andere Zusätze. Vielmehr kommt das Verfahren der Kurzzeiterhitzung zum Einsatz. Beim Keltervorgang wird der gepresste Saft für eine kurze Zeit erhitzt und dann gleich wieder abgekühlt. Der ganze Vorgang dauert ca. 90 Sekunden. Auf diesem Weg sterilisiert, gelangt er unter größtmöglicher Schonung des ursprünglichen Geschmacks und der wichtigen Inhaltsstoffe in die Flasche

 

Wie lange hält der Saft nach dem Öffnen?


Nach Öffnen der Flasche sollte der Saft kühl gestellt und innerhalb von 3 Tagen aufgebraucht werden.

 

Welches Einzugsgebiet hat der Schlaraffenburger Apfelsaft?


Die Äpfel stammen von biozertifizierten Streuobstwiesen vom bayerischen Untermain.

Wie hoch ist die Gesamtproduktion beim Schlaraffenburger Streuobstprojekt?


2011 sind 140 Projektteilnehmer mit 9.000 Obstbäumen im Schlaraffenburger Projekt organisiert. Die Erntemenge beträgt je nach Jahr zwischen 100 und 500 Tonnen.

 

Was ist der Unterschied des Bag-in-box – Apfelsaft zu dem aus der Flasche?


Der 5 l oder 10 l Apfelsaftschlauch des Bag-in-box-Systems ist leichter zu transportieren. Er eignet sich besonders für Familien und Feste, wo viel Saft getrunken wird. Die Apfelsaftflasche wird von den Kunden bevorzugt, die eine Kunststoffverpackung ablehnen oder eher eine kleine Saftmenge mögen.

 

Warum gibt es das Projekt?


Das Aschaffenburger Streuobstprojekt hat das Ziel, die Streuobstwiesen der Region durch eine wirtschaftliche Nutzung zu erhalten. Die ökologische Bewirtschaftung sichert die Artenvielfalt und eine abwechslungsreiche Landschaft. Aus dem knackigen Obst entsteht ein urgesundes Lebensmittel.

 

Wird das Projekt öffentlich gefördert?


Das Projekt wurde mit Mitteln des Bayerischen Naturschutzfonds und mit Unterstützung der Stadt Aschaffenburg und des Landkreises Aschaffenburg aufgebaut.
Die Förderung durch den Naturschutzfonds fällt Ende 2006 weg. Seitdem steht das Projekt auf eigenen Beinen. Stadt und Landkreis Aschaffenburg unterstützen weiterhin die Naturschutzarbeit im Projekt.