210 Baumpflanzungen in Alzenau am Eichwald

Alzenau: 210 Obstbäume pflanzte das Schlaraffenburger Team mit dem Landschaftspflegeverband Ende November 2020 am Eichwald in Alzenau. Unterstützung für den Erhalt der Streuobstwiesen kam von Landrat Dr. Alexander Legler als Vorsitzender des Landschaftspflegeverbandes Aschaffenburg, Sparkassenvorstand Jürgen Schäfer und Alzenaus Bürgermeister Stephan Noll. Gemeinsam pflanzten sie am Dienstag einen Obstbaum der Sorte „Alzenauer Roter Rambur“ am Eichwald oberhalb des Waldschwimmbads.
(auf dem Bild v.l. Alexius Wack, LPV AB, Landrat Alexander Legler, Sparkassenvorstand Jürgen Schäfer, Marion Beil, Umweltamt Alzenau, Bürgermeister Stephan Noll, Alexander Vorbeck, Schlaraffenburger)

Die Sorte Alzenauer Roter Rambur hat Berthold Hieser, ehemaliger Gärtner bei der Stadt Alzenau, aufgrund seiner roten Farbe so benannt. Am Eichwald stehen zahlreiche Altbäume dieser Sorte, weiß Pomologe Steffen Kahl von der Schlaraffenburger Streuobstagentur. Von diesen Bäumen hat er eigens für die Pflanzaktion Jungbäume veredelt, um die Sorte für die Nachwelt zu erhalten. Auch sonst orientiert sich das Sortiment an robusten alten Streuobstsorten. Neben Klassikern wie Rheinischer Bohnapfel und Lohrer Rambur finden sich noch andere seltene Lokalsorten wie Bürgstädter Roter und Schöner von Miltenberg bei den Nachpflanzungen. Insgesamt 210 hochstämmige Obstbäume in 53 verschiedenen Apfel-, Birnen-, Kirschen-, Quitten und Walnußsorten werden gepflanzt. Die hohe Biodiversität des Gebietes soll sich auch in dem Sortiment widerspiegeln, erklärt Steffen Kahl, der die Pflanzungen geplant hat.

Das Streuobstgebiet am Eichwald war 2016 im Rahmen des Streuobstaktionsplanes des Landschaftspflegeverbandes (LPV) als Schwerpunktgebiet für Maßnahmen ausgewählt worden. Mit seiner Größe von ca. 21 ha, mit ca. 600 Obstbäumen und seinen blütenreichen Wiesen und seinem Reichtum an seltenen Arten nimmt das Gebiet eine Sonderstellung ein. In weiten Teilen drohte das Gebiet zu verbuschen, erklärt Alexius Wack vom LPV. Um diesem Trend entgegenzuwirken, war der erste Schritt, wieder die Schafbeweidung der Flächen sicherzustellen. Das Weiderecht für das Gebiet liegt bei der Stadt Alzenau und diese hat es an die Schäferei Deller in Karlstein vergeben. Im nächsten Schritt wurden 300 Eigentümer im Gebiet angeschrieben, ob sie Ihre Obstbäume noch selbst bewirtschaften oder die Bewirtschaftung abgeben wollten. Für 200 Flurstücke konnte der Landschaftspflegeverband einen Pachtvertrag mit der Schäferei Deller vermitteln. Die Pflege der Bäume übernimmt die Schlaraffenburger Streuobstagentur. Über 3 Jahre hinweg von 2017 -2019 wurden die gepachteten Bäume geschnitten. „Nach vier Jahren intensiver Vorarbeit ist es endlich soweit“, freut sich Alexander Vorbeck von der Schlaraffenburger Streuobstagentur. „Wir können mit der Pflanzung von 210 Obstbäumen am Eichwald einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt des Gebietes leisten.“

Doch mit der Pflanzung der Bäume ist es noch lange nicht getan. Die Pflege der Jungbäume, insbesondere in den ersten Standjahren, muss sichergestellt werden. Hier hat sich in den letzten Jahren besonders das Wässern in Trockenzeiten als großer Kostenfaktor erwiesen.

„Bei der Folgepflege von sanierten Streuobstwiesen ist das Schlaraffenburger Streuobstprojekt für uns ein wichtiger Partner“ erklärt Alexius Wack, Geschäftsführer des LPVs. Von den 16 ha Streuobstwiesen, die im Rahmen der Streuobstaktionspläne saniert wurden hat Schlaraffenburger alleine 6 ha mit über 340 Bäumen in Pflege genommen. Auf diesen Flächen hat der Landschaftspflegeverband in Zusammenarbeit mit dem Schlaraffenburger Streuobstprojekt in den letzten beiden Jahren über 250 Obstbäume in verschiedenen Projektgebieten im Landkreis Aschaffenburg gepflanzt. Nun kommen noch 210 Bäume am Eichwald dazu.

„Während die Pflanzung der Bäume gut über Fördermittel finanziert werden kann, ist die Folgepflege der Bäume nicht förderbar“ beklagt Alexius Wack. Um diese Lücke zu schließen hat die Sparkasse Aschaffenburg-Alzenau die Patenschaft für insgesamt 25 Streuobstwiesen mit über 500 Obstbäumen übernommen. Mit einer Spende von 10.000,00 EUR aus dem Reinertrag des PS-Sparens und Gewinnens unterstützt die Sparkasse Aschaffenburg-Alzenau das Projekt Streuobst-Baumpatenschaften.

Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse übergab die Spenden an den ersten Vorsitzenden des LPV Aschaffenburg Landrat Dr. Legler. ,,Durch die Patenschaft für die Streuobstwiesen wird das nachhaltige Engagement der Sparkasse sichtbar. Es gehört seit jeher zum Selbstverständnis der Sparkassen, Unternehmen, Privatpersonen und Kommunen auf ihrem Weg hin zu mehr Nachhaltigkeit und wirksamen Klimaschutz zu unterstützen - zum Beispiel in Form von Krediten für klimafreundliche Investitionen oder durch Angebote nachhaltiger Geldanlagen. Auch in unserem eigenen Geschäftsbetrieb sind wir stets bestrebt, durch verantwortungsvolles und ressourcenschonendes Handeln aktiv unseren Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit in der Stadt und im Landkreis zu leisten."

„Mit dieser Unterstützung können wir sicherstellen, dass alle gepflanzten Bäume fachgerecht gepflegt werden. Eine nachhaltige Investition in die Kulturlandschaft unserer Region.“ freut sich Landrat Dr. Legler über die Unterstützung.



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