Apfelbaumkommunikation: Erfolgreiche Gegenwehr gegen Angriffe

Aus dem NABU-Streuobst-Rundbrief 3/2017, Herausgeber NABU, www.nabu.de

Werden Apfelbäume von Raupen des Kleinen Frostspanners heimgesucht, produziert dieser einen Duftstoffcocktail, den Kohlmeisen riechen können und so gezielt zu einer reichhaltigen Raupenbeute finden - während sie auf den Anblick von angefressenen Blättern nicht reagieren.

Wenn der Apfelbaum hingegen von Obstbaumspinnmilben befallen wird, sendet er andere Duftstoffe aus, mit denen er natürliche Feinde der Spinnmilben, nämlich Raubmilben, anlockt. Wissenschaftler konnten bisher rund 2.000 „Duftstoff-Vokabeln" bei rund 900 Pflanzenfamilien identifizieren, wobei fünf bis zehn Duftstoffsignale die Basis bei allen Pflanzen bilden. Wobei Bäume neben diesen oberirdischen Signalen auch unterirdisch über ein eigenes „www" (wood wide web) kommunizieren.

Auch Apfelbäume bilden unterirdische Mykorrhizanetze („Mykorrhiza“ bedeutet sinngemäß „Pilzwurzel") mit Pilzen, die nicht über dem Boden erscheinen. Bei den Mykorrhizen profitieren im Regelfall sowohl die Pflanze wie der Pilz: Die Pilzfäden führen den Pflanzen Wasser und Nährstoffe zu. Die Pflanzen beliefern die Pilze mit Kohlenhydraten, wie zum Beispiel Zucker.

Nach den vielfältigen vorhandenen Forschungsergebnissen können zumindest bestimmte Pflanzen (inkl. Obstbäume) riechen, schmecken, sehen, tasten und sogar „hören" — wobei die Sinnesorgane der Pflanzen respektive Bäume völlig anders arbeiten als die menschlichen Sinnesorgane — aber teils viel effektiver als diese. Es gibt noch sehr viel Forschungsbedarf in diesen für manche Menschen auf den ersten „Blick" ungewöhnlich anmutenden Themenstellungen.

Quelle: KOECHLIN, Florianne (2017): Wie der Apfelbaum mit einer Kohlmeise kommuniziert — Teil 1/2: Demeter-Gartenrundbrief 4/2017: 5-9 und Teil 2/2: Demeter-Gartenrundbrief 5/2017: 6-9.

Ein außerordentlich interessanter Beitrag, der vertiefend auf die Kommunikation von Pflanzen auch am Beispiel von Flachs und Hirse, Tomaten... eingeht. Es lohnt sich sehr, entsprechende Beiträge und Bücher der Schweizerin Florianne Koechlin zu lesen: Sie erweitern den Horizont analog zu Peter Wohllebens Publikationen und Büchern über Bäume und deren „Innenleben“.



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